MedAT Erfahrungsbericht: Wie ich beim MedAT Platz 7 erreicht habe - MEDithappenSkip to content

Wie ich beim MedAT Platz 7 erreicht habe

Hannah

Platz 7 in Innsbruck

Ich heiße Hannah, bin 23 Jahre alt und studiere Medizin im 7. Semester in Innsbruck. In diesem MedAT Erfahrungsbericht möchte ich dir erzählen, wie ich beim MedAT 2017 den 7. Platz erreicht habe.

Ich habe den MedAt zum ersten Mal kurz nach meiner Matura im Jahr 2016 geschrieben. Da ich ein Sprachengymnasium besucht hatte, wusste ich, dass mein Wissensstand für den BMS-Teil nicht ausreichen würde. Leider habe ich den Fokus damals nur auf die Matura gelegt und das Lernen für den MedAt nicht sehr ernst genommen. Ich habe den ersten Antritt als Erfahrung betrachtet und nicht mit dem Bestehen gerechnet. Für mich war also schon immer klar, dass es nicht bei dem einen Antritt bleiben wird. Im August 2016 kam dann die Absage: obwohl ich damit gerechnet hatte, wusste ich nicht, was ich als Nächstes machen sollte und war sehr verwirrt. Ich überlegte: „Wie wäre es mit einem Biologiestudium?“. Die Anmeldefrist dafür hatte ich aber leider verpasst. Ich entschied spontan, mich in Chemie zu inskribieren und zog nach Innsbruck, wo ich für zwei Monate alle Vorlesungen besuchte. Ich habe allerdings keine Prüfungen geschrieben,  da ich bereits im Dezember 2016 begonnen habe, mich auf den MedAt 2017 vorzubereiten, und Angst hatte, dass mich Prüfungen von der MedAt-Vorbereitung ablenken könnten. Ich konnte mich noch nie gut auf mehrere Sachen gleichzeitig fokussieren.

Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten

Im Dezember 2016 habe ich mit dem kognitiven Training begonnen: dieser Teil braucht meiner Meinung nach sehr viel Übung. Das Positive daran ist, dass man mit der Zeit in diesem Bereich sehr routiniert ist. Als Erstes habe ich den Untertest “Merkfähigkeit” unter die Lupe genommen. Im ersten Monat habe ich mit nur zwei Ausweisen geübt, im Januar mit 4 und ab März mit 8. Ich habe mir meinen eigenen „Gedächtnispalast“ erstellt. Jeder Ausweis beziehungsweise jede der 8 Personen hatte ihren eigenen Raum in meinem Gedächtnis. Für die Zahlen in der Ausweisnummer hab ich mir Symbole für alle Zahlen von 0-9 ausgedacht. Ich habe mir immer nur die erste und die letzte Zahl gemerkt, das hat bei mir gereicht, um alle Punkte in diesem Untertest zu erreichen.

Beim Untertest “Figuren zusammensetzen” habe ich mir am Beginn alle möglichen Figuren angesehen, die in den Übungsbüchern vorkommen. Mit viel Übung hab ich ein gutes Gefühl für die Winkel bekommen. So merkte ich sehr schnell, ob es sich um ein Sechseck oder ein Siebeneck handelte. Beim Untertest “Wortflüssigkeit” hab ich mir die Buchstaben in Kreisen aufgeschrieben. Gewisse Buchstaben kommen oft in Kombinationen vor, wie zum Beispiel “ST” oder “CH”, nach solchen Paaren hab ich immer gesucht und das hat mir sehr geholfen. Falls ich das Wort nicht finden konnte, habe ich die Buchstaben in einer anderen Reihenfolge nochmals aufgeschrieben. Zu Beginn habe ich mit sehr kurzen Wörtern geübt, nach und nach habe ich die Wortlänge gesteigert. Bei den Untertests “Implikationen erkennen” und “Zahlenfolgen” hatte ich keine besondere Strategie, ich habe einfach abwechselnd jeden zweiten Tag einen Untertest oder zwei geübt. Ich habe mir sehr früh angewöhnt, beim Üben die Zeit zu stoppen. Für den kognitiven Teil habe ich beim Üben sehr gerne die Bücher von Medithappen verwendet. Meiner Meinung nach sind die Übungen in diesen Büchern über dem Testniveau, sodass mir die Aufgabem beim MedAt sehr machbar vorkamen.

Der Untertest „Textverständnis“ war für mich persönlich eine der größten Herausforderungen. Bei meinem ersten Antritt dachte ich mir „so schwer kann dieser Untertest gar nicht sein“. Doch beim Üben für meinen zweiten Antritt fand ich die Texte sehr anspruchsvoll, war nach dem Lesen immer sehr müde und hatte auch Probleme, rechtzeitig fertig zu werden. Ich wusste, dass ich für diesen Teil hart arbeiten musste und übte 2 bis 3 mal die Woche. Beim MedAt konnte ich hier 8 Punkte erreichen.

BMS-Teil

Mit dem BMS-Teil habe ich im Januar 2017 begonnen. Ich habe mir die offizielle Stichwortliste ausgedruckt und diese Tag für Tag abgearbeitet. Hier bin ich nicht sehr systematisch vorgegangen. Ich habe mir jeden Tag einfach die Themen ausgesucht, auf welche ich am meisten Lust hatte. Sehr geholfen haben mir dabei meine selbstgeschriebenen Karteikarten. An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich mir alle möglichen Bücher zugelegt habe und mir so mein Wissen aus sehr vielen verschiedenen Quellen erarbeitet habe. Ich habe mir keine eigene Zusammenfassung geschrieben. In Physik habe ich mir aber eine eigene Formelsammlung zusammengestellt, die mich während der ganzen Monate begleitet hat.

Ich merke beim Schreiben dieses Beitrags, dass das alles sehr einfach klingt, jedoch war das für mich alles andere als einfach. In den meisten Fächern des BMS-Teils fehlte mir das Grundwissen, ich musste es mir von Null an aneignen. Da ich mehr als ein halbes Jahr in meine Vorbereitung investiert habe, hatte ich große Angst, dass ich viel wertvolle Zeit verschwendet hätte, falls es nicht klappen sollte. Das mit dem Üben war auch nicht immer so leicht: an einem Tag funktionierte es richtig gut und am nächsten Tag funktionierte es überhaupt nicht. Doch ich versuchte, meine Motivation beizubehalten, indem ich mir einen Wochenplan zulegte, und jeden Abend meine erreichten Lernziele abhakte. Den Samstag hielt ich mir meisten frei. Ab Mai habe ich jeden Sonntag eine Simulation gemacht, zu Hause, mit Unterlagen und Stoppuhr. Das hat mir sehr geholfen. Ich bin auch zu drei organisierten Simulationen gegangen, was mir geholfen hat zu verstehen, in welchen Bereichen noch Aufholbedarf war, im Vergleich zu anderen Mitstreitern. Nach und nach habe ich mich an den Ablauf des Tests und auch an die Anwesenheit von anderen Leuten gewöhnt. Da ich ja bereits in Innsbruck wohnte, hatte ich die Gelegenheit, dort Leute kennen zu lernen, mit denen ich mich hin und wieder zum Lernen verabredete. Das hat mir gut getan, da ich so mitbekommen habe, welchen Wissensstand die anderen Leute hatten. Aber es tat auch gut, sich mit jemandem über Sorgen auszutauschen.

Der MedAT

Am Abend vor dem Test konnte ich nicht schlafen: In meinem Kopf dachte ich an all das, was hätte schiefgehen können. Nach einer sehr unruhigen Nacht klingelte um 6 Uhr auch schon mein Wecker. Ich war Adrenalin geladen, und deswegen auch gar nicht müde. Mir war ein gutes Frühstück an diesem Tag sehr wichtig. Dann machte ich mich auf   zur Testhalle. Bereits auf dem Weg fielen mir die ganzen anderen Leute auf, die alle in die gleiche Richtung liefen wie ich. Ich konnte die anderen Leute jedoch ausblenden, da ich dieses Mal wusste, was auf mich zukommen würde. In der Halle suchte ich mir einen Platz am Rand aus, was bedeutete, dass ich nur auf einer Seite eine andere Person neben mir hatte, das war für mich sehr beruhigend. An den Test an sich kann ich mich nicht so gut erinnern, wahrscheinlich wegen der Aufregung und der Konzentration. Ich war ungeduldig und hoffte, dass der Test schnell vorüber gehen würde. Die Aufregung endete allerdings nicht am Testtag. Als ich nach dem MedAt in meine Wohnung kam, versuchte ich zu berechnen, wie viel Prozent ich erreicht hatte. Meine Berechnungen schwankten zwischen 60% bis 80%. Ich schlief in den darauffolgenden Nächten sehr schlecht. Endlich kam dann der 07. August 2017. Im Betreff der Email stand es bereits: Studienplatzangebot. Erst auf dem zweiten Blick sah ich, dass ich mit 85,3% den 7. Platz in der Österreichquote erreicht hatte.

Nun sind bereits fast vier Jahre seit diesem Tag vergangen, und ich bin jeden Tag froh darüber, dass ich nicht nach dem ersten Mal  aufgegeben habe. Damit möchte ich all den Leuten Mut machen, bei denen es beim ersten Antritt nicht gereicht hat.

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