
Fair, machbar und ohne böse Überraschungen: So liest sich der MedAT 2026. Die wenigen Neuerungen steckten im Detail, allen voran die neuen Formen bei Figuren zusammensetzen. Wir waren live in Wien dabei und gehen mit dir Testteil für Testteil durch, was drankam und was das für dich heißt.
Der MedAT 2026 ist geschlagen und auch wir waren wieder live in Wien dabei (mittlerweile zum 11. Mal!). 😄
In unseren Augen war der MedAT 2026 ein fairer Jahrgang mit wenigen Überraschungen.
Der BMS blieb thematisch im vertrauten Rahmen und war, so viel schon jetzt, vergleichbar mit letztem Jahr und einfacher als die Jahre zuvor. Abgesehen von einzelnen Detailfragen, die dich kurz destabilisieren sollten, war eigentlich alles gut zu beantworten.
Auch KFF und SEK blieben, mit Ausnahme der Figuren, ohne große Überraschungen und planbar wie eh und je.
Zur Bestehensgrenze, ausdrücklich als vorsichtige Schätzung: Weil der Test insgesamt fair und ähnlich berechenbar wie zuletzt war, dürfte auch die Grenze ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Kein Grund zur Sorge, aber ein guter Grund, sich in den planbaren Teilen keine unnötigen Punkte liegen zu lassen.
Der Großteil der Fragen war Standardstoff, der direkt auf den vertrauten Stichwörtern saß. Wer mit unserem 100% BMS gelernt hat, wäre allein mit dem Buchwissen problemlos auf über 90 % gekommen, so wenig ging über das Erwartbare hinaus. Physik und Mathematik waren sogar auffällig gradlinig, in Biologie und Chemie blieben nur ein paar Detailfragen übrig, die sich nicht restlos herleiten ließen. Klinisch verschachtelte Fragen oder echte Detailtiefe gab es kaum.
Erfreulich außerdem: Wie schon in den Vorjahren tauchten keine Kombinationsaufgaben auf, also keine der verschachtelten Antwortformate, bei denen du mehrere Aussagen bewerten musst.
Die Biologie war wie üblich stark auf den menschlichen Körper ausgerichtet, ganz auf der Linie der Vorjahre. Anatomie und Physiologie stellten den größten Block, dazu kamen die vertrauten Kapitel Zelle, Genetik, Immunbiologie und Frühentwicklung. Thematisch gab es hier nichts, was dich als vorbereitete:n Kandidat:in überrascht hätte, das allermeiste war vertrauter Standardstoff, und der Schwierigkeitsgrad war insgesamt angenehm.
Auffällig waren nur eine Handvoll Detailfragen, die klassischen Destabilisierer. Ein Beispiel war ein Nachbild-Phänomen aus der Farbwahrnehmung oder die spezifische Frequenzangabe zum Gehör. Gemessen an manchen früheren Jahrgängen blieben diese Stolpersteine 2026 aber angenehm selten.
Die spannende Frage war natürlich, ob die neuen Stichwörter direkt geprüft wurden. Das war allerdings nicht der Fall. Geprüft wurde nur der vertraute Bereich der Erbgänge, nämlich eine Frage zu einem X-chromosomal-rezessiven Erbgang. Die neuen Gentechnik-Methoden rund um PCR und Sequenzierung sowie die Pränatal- und Präimplantationsdiagnostik tauchten nicht auf.
Die Chemie lief im vertrauten Fahrwasser, quer durch die bekannten Gebiete: Redox, Säure-Base, chemisches Gleichgewicht, Atombau, Gasgesetze und organische Chemie samt Naturstoffen. Vom Schwierigkeitsgrad her ein normaler, gut machbarer Jahrgang, ohne Ausreißer nach oben. Das sind allesamt Standardthemen, vom Massenwirkungsgesetz über das Prinzip von Le Châtelier bis zur galvanischen Zelle.
Zwei Kleinigkeiten der Ehrlichkeit halber: Der Begriff Löslichkeitsprodukt gehört nicht zum Standardvokabular, die zugehörige Frage ließ sich aber direkt über das Massenwirkungsgesetz lösen. Und eine Aussage zur Säurestärke von Oxosäuren war streng genommen Zusatzwissen, über die falschen Antwortoptionen aber trotzdem sauber auszuschließen. Nichts davon hat den Teil insgesamt schwer gemacht.
Die Physik war der solideste Teil des ganzen BMS, fast schon ein Geschenk für alle, die die Grundlagen sauber gelernt haben. 🙂 Quer durch Mechanik, Wellen, Optik, Wärmelehre, Elektrizität und Atomphysik kam praktisch nichts, was über den Standardstoff hinausging. Keine exotischen Formeln, keine Zeiträuber, verlässlich Punkte für alle, die brav geübt haben. Im Vergleich zu manch früherem Jahrgang war dieser Physik-Teil klar auf der freundlichen Seite.
Und die Mathematik? Ebenfalls klassisch und gut machbar. Der Dauerbrenner der medizinischen Rechnung war wieder dabei, dazu Einheiten und Zehnerpotenzen, etwas Geometrie und Trigonometrie, Vektoren und ein Funktionsgraph. Alles Standardstoff, vom Dreisatz über die Potenzregeln bis zur Vektorrechnung. Wer sauber und ohne Flüchtigkeitsfehler rechnet, hat hier zuverlässig gepunktet. Auch das war kein schwerer, sondern ein gut berechenbarer Teil.
Beim Textverständnis gab es fünf Texte nach bekanntem Schema, allerdings (wie letztes Jahr schon) alle auf der eher längeren Seite.
Die Themen im Überblick:
Alle fünf Texte stammten aus Publikationen wie ZEIT, NDR, APA und dpa und waren trotz der Länge gut zu lesen und zu verstehen.
Hier gab es, wie schon in den letzten Jahren, auch dieses Jahr wieder eine Überraschung. Als ob Dreieck, Quadrat und Parallelogramm nicht schon genug neue Figuren sind, gibt es dieses Jahr gleich noch ein paar neue dazu! 😅
Das gleichseitige Dreieck bekommt erstmalig Zuwachs durch ein rechtwinkeliges Dreieck (hatten wir vorausschauend schon in unserem 100% MedAT), aber nun noch zusätzlich durch ein stumpfwinkliges ungleichseitiges Dreieck.
Darüber hinaus gab es in einer Aufgabe ein konkaves Drachenviereck als Antwortoption. 🤨
Was heißt das für die Zukunft? Bei den Eckfiguren scheint wohl alles möglich zu sein. Die Testerstellerinnen wollen wohl nicht, dass die Teilnehmerinnen Strategien für die bekannten Lösungsfiguren lernen und anwenden.
Interessant ist allerdings, dass, während bei den Eckfiguren Wildwuchs bei den Formen herrscht, bei den Kreisfiguren immer noch alles beim Alten ist.
Ebenfalls positiv: Wie im letzten Jahr schon, sind auch dieses Jahr die Teilstücke wieder wesentlich größer dargestellt, als in den Jahren zuvor.
In Summe waren die neuen Eckfiguren wahrscheinlich die größte Überraschung dieses Jahr.
Rund um den BMS liegt bekanntlich das Einprägen und Abrufen. Hier gab es nichts Neues, weder bei der Mechanik noch beim Schwierigkeitsgrad. Wer die Merkstrategien geübt und ein sauberes System zum Einprägen im Kopf hat, konnte sich diese Punkte wie gewohnt sichern.
Die Zahlenfolgen blieben in den bekannten MedAT-Mustern aus Überspringen, Reihen-Systemen, Stufen und Misch. Ein neues Prinzip gab es nicht. Die Gewichtung lag etwas stärker bei den Stufen-Aufgaben, aber das hat den Teil nicht spürbar schwerer gemacht: Alle Folgen waren eindeutig und sauber lösbar, auch die Misch-Aufgaben führten zu klaren Ergebnissen. Wer genug geübt hat, war hier gut im Rennen.
Die Wortflüssigkeit war unauffällig und gut machbar. Die Lösungswörter des Jahrgangs, damit du ein Gefühl für das Niveau bekommst:
Alltagsnahe Begriffe, keine ausgefallenen Fachwörter, mit der bekannten Systematik zügig zu knacken.
6 der 15 Begriffe fanden sich bereits in unserem 100% MedAT wieder.
Nichts Neues. Der Teil lief nach dem bekannten Schema und in gewohnter Schwierigkeit. Wer die Logik hinter Voraussetzung und Folgerung sauber beherrscht, hatte hier keine Probleme.
Der sozial-emotionale Teil blieb ebenfalls ohne Überraschungen. 🙂
Emotionen erkennen blieb sich treu: keine neuen Emotionen, keine neuen Fallen. Wer die Trigger-Bedingungen der einzelnen Emotionen beherrscht und konsequent den Situations-Check anwendet, hat auch diesen Jahrgang zuverlässig gelöst.
Emotionen regulieren war ebenfalls ohne Fallstricke. Alle zwölf Aufgaben ließen sich sauber mit dem Gross-Modell erklären, quer durch die Strategien von kognitiver Neubewertung über Akzeptanz und Problemlösung bis zu Ablenkung und sozialer Unterstützung.
Und Soziales Entscheiden? Auch hier nichts Neues, alles gut mit dem Kohlberg-Modell zu lösen. Wer die Stufen der moralischen Entwicklung im Kopf hatte, konnte die Fälle zuverlässig einordnen.
Der MedAT 2026 war ein fairer Jahrgang mit wenigen Überraschungen. Der BMS war über weite Teile einfacher als in den letzten Jahren und zum allergrößten Teil sauber mit dem Standardstoff abzudecken. Auch TV, KFF und SEK waren für alle, die ihre Hausaufgaben gemacht haben, gut zu meistern. Die wenigen Überraschungen steckten im Detail: die paar biologischen Feinfragen, die man ehrlicherweise nicht restlos herleiten konnte, und die ungewohnten Antwortfiguren bei Figuren zusammensetzen. Testentscheidend war aber keine davon.
Wenn du den MedAT gerade hinter dir hast: Du darfst richtig stolz auf dich sein. 😊 Leg das Handy weg, hör auf, dir Prozente auszurechnen, und gönn deinem Kopf die Pause, die er sich verdient hat!
Und wenn du nächstes Jahr dran bist: Nimm mit, dass sich strukturierte Vorbereitung auch 2026 wieder ausgezahlt hat: viel üben, sauber arbeiten, ruhig bleiben!
Let’s MEDithappen! 👩⚕️🧑⚕️
Foto-Credit: